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KI braucht Energie: Das Rechenzentrum entscheidet mit

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Kimena Gabriel

Autorin
Publiziert am 23.09.2026

Nachhaltige KI beginnt nicht erst bei der Software. Künstliche Intelligenz wirkt auf den ersten Blick rein digital: Eine Frage wird eingegeben, ein Dokument analysiert oder ein Meeting zusammengefasst – wenige Sekunden später steht das Ergebnis bereit. Hinter dieser scheinbaren Leichtigkeit steckt jedoch leistungsfähige physische Infrastruktur. Denn jede KI-Anwendung benötigt Rechenleistung und damit Energie.

Wer sich mit der Nachhaltigkeit von künstlicher Intelligenz beschäftigt, sollte deshalb nicht nur auf das verwendete KI-Modell schauen. Ebenso entscheidend ist, wo und wie die dafür notwendige Rechenleistung bereitgestellt wird. Stromversorgung, Kühlung, Auslastung der Systeme und die Nutzung der entstehenden Wärme gehören genauso zur Nachhaltigkeitsbetrachtung wie die eigentliche Software.

Warum benötigt KI so viel Rechenleistung?

KI-Modelle verarbeiten grosse Datenmengen und führen innerhalb kurzer Zeit sehr viele mathematische Berechnungen aus. Besonders leistungsfähige Modelle verwenden dafür spezialisierte Prozessoren wie GPUs. Diese kommen sowohl beim Training von KI-Modellen als auch bei deren späterer Nutzung zum Einsatz.

Je komplexer eine Aufgabe ist und je mehr Menschen eine KI-Lösung verwenden, desto mehr Rechenleistung muss im Hintergrund bereitgestellt werden. Das zeigt sich auch am weltweiten Energiebedarf der Datacenter. Die Internationale Energieagentur IEA beziffert deren Stromverbrauch für 2024 auf rund 415 Terawattstunden – etwa 1,5 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs. Bis 2030 könnte sich dieser Bedarf auf rund 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln. Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung ist der zunehmende Einsatz leistungsfähiger, für KI geeigneter Server.

KI wird dadurch nicht automatisch zu einer «nicht nachhaltigen» Technologie. Die Zahlen zeigen aber, weshalb die Infrastruktur hinter einer KI-Lösung nicht ausgeblendet werden sollte.

Nachhaltige KI beginnt auch im Rechenzentrum

Für die ökologische Betrachtung einer KI-Anwendung spielt nicht nur eine Rolle, wie viel Energie sie benötigt. Ebenso wichtig ist, wie diese Energie bereitgestellt und genutzt wird.

Bei einem Datacenter gehören deshalb mehrere Fragen zusammen: Woher stammt der eingesetzte Strom? Wie effizient werden die Server gekühlt? Was geschieht mit der dabei entstehenden Wärme? Und ist die Infrastruktur auf die Anforderungen moderner, leistungsintensiver Systeme ausgelegt?

Auch regulatorisch rücken solche Faktoren stärker in den Mittelpunkt. Auf europäischer Ebene werden bei der Bewertung von Datacentern unter anderem Energie- und Wasserverbrauch, der Einsatz erneuerbarer Energie und die Wiederverwendung von Abwärme berücksichtigt.

Für Unternehmen bedeutet das: Wer Nachhaltigkeitsziele verfolgt, sollte bei der Wahl einer KI-Lösung auch deren technische Grundlage hinterfragen.

Arcon KI und das Datacenter in Luzern

Unsere KI-Lösungen entstehen in der Schweiz und werden für Schweizer Unternehmen entwickelt. Arcon Agents beispielsweise werden im Arcon Datacenter in Luzern betrieben. Damit behalten wir nicht nur die technische Kontrolle über unsere Infrastruktur, sondern können Betrieb, Hosting und persönliche Betreuung aus einer Hand anbieten. Für uns ist deshalb auch die zugrunde liegende Infrastruktur ein wichtiger Bestandteil nachhaltiger KI.

Unser Datacenter betreiben wir im Rechenzentrum Stollen von ewl energie wasser luzern. Der Standort verbindet hohe Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit mit einer Infrastruktur, bei der Nachhaltigkeit bereits beim Betrieb berücksichtigt wird.

Das ist gerade bei KI relevant: Leistungsfähige Server erzeugen nicht nur Rechenleistung, sondern gleichzeitig Wärme. Eine effiziente Kühlung wird deshalb mit zunehmender Leistungsdichte immer wichtiger.

Kühlung mit Wasser aus dem Vierwaldstättersee

Im Rechenzentrum Stollen Luzern wird für die Kühlung Wasser aus dem Vierwaldstättersee genutzt. Dadurch können die Server energieeffizient gekühlt werden, ohne für die Grundkühlung auf herkömmliche Kältemaschinen angewiesen zu sein.

Für besonders leistungsintensive GPU- und KI-Systeme bietet das Rechenzentrum zudem Direct Liquid Cooling an. Dabei wird die Wärme direkt bei Prozessoren und Grafikkarten über Flüssigkeit abgeführt. Gerade bei modernen KI-Systemen mit hoher Leistungsdichte kann dies eine effizientere Wärmeabfuhr ermöglichen als eine ausschliessliche Luftkühlung.

Auch die Stromversorgung gehört zum Nachhaltigkeitskonzept: Das Rechenzentrum verwendet Strom aus erneuerbaren Energien.

Kühlinfrastruktur mit Rohrleitungen im Rechenzentrum Stollen in Luzern.
Die Kühlinfrastruktur des Rechenzentrums Stollen zeigt, welche technische Grundlage für einen energieeffizienten Betrieb der Server notwendig ist.
Kühlinfrastruktur mit Rohrleitungen im Rechenzentrum Stollen in Luzern.
Die Kühlinfrastruktur des Rechenzentrums Stollen zeigt, welche technische Grundlage für einen energieeffizienten Betrieb der Server notwendig ist.

Wenn aus Serverwärme wieder Energie wird

Selbst eine effiziente IT-Infrastruktur erzeugt Wärme. Im Rechenzentrum Stollen wird diese jedoch nicht einfach an die Umgebung abgegeben. Die entstehende Abwärme fliesst in das lokale Wärmenetz von ewl ein und kann dort für die Wärmeversorgung umliegender Gebäude genutzt werden.

Damit entsteht ein Kreislauf: Die Server benötigen Energie und produzieren während ihres Betriebs Wärme. Diese Wärme wird wiederum zu einer nutzbaren Energiequelle für die Umgebung.

Genau hier zeigt sich, weshalb die Betrachtung der Infrastruktur so wichtig ist. Energieverbrauch lässt sich bei rechenintensiven Anwendungen nicht vollständig vermeiden. Entscheidend ist deshalb auch, wie effizient mit der eingesetzten Energie und der daraus entstehenden Wärme umgegangen wird.

Nachhaltigkeit ist mehr als ein einzelner Verbrauchswert

Wie nachhaltig eine KI-Anwendung tatsächlich ist, lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Neben der benötigten Rechenleistung spielen unter anderem die Effizienz der Hardware, die Auslastung der Systeme, die Kühltechnologie, der Strommix und der Standort des Datacenters eine Rolle.

Auch die Art der Nutzung ist entscheidend. Eine gezielt eingesetzte KI kann Prozesse vereinfachen, repetitive Aufgaben reduzieren und Mitarbeitende unterstützen. Gleichzeitig sollte Rechenleistung dort eingesetzt werden, wo sie einen tatsächlichen Mehrwert schafft.

Für Unternehmen lohnt es sich deshalb, beim Einsatz von KI nicht nur Funktionen, Datenschutz und Kosten zu vergleichen. Auch Fragen zur technischen Infrastruktur gehören in die Evaluation: Wo werden die Systeme betrieben? Welche Energie wird eingesetzt? Wie erfolgt die Kühlung? Wird Abwärme weiterverwendet? Und wer trägt die Verantwortung für den Betrieb?

Fazit

Künstliche Intelligenz braucht Energie. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Gleichzeitig hat die technische Gestaltung des Datacenters einen wesentlichen Einfluss darauf, wie effizient diese Energie genutzt wird.

Mit unserem Arcon Datacenter im Rechenzentrum Stollen Luzern setzen wir deshalb auf eine Infrastruktur, bei der Sicherheit, Leistung und Nachhaltigkeit zusammengedacht werden. Seewasserkühlung, erneuerbare Energie und die Nutzung der entstehenden Abwärme bilden dafür eine wichtige Grundlage.

Denn nachhaltige KI beginnt nicht erst bei der Anwendung. Sie beginnt bereits dort, wo die dafür notwendige Rechenleistung entsteht.

Häufig gestellte Fragen

KI-Modelle führen grosse Mengen mathematischer Berechnungen aus. Dafür werden leistungsfähige Server und spezialisierte Prozessoren benötigt. Sowohl die Berechnungen selbst als auch Kühlung, Netzwerk und weitere Datacenter-Infrastruktur benötigen elektrische Energie.

Nein. Der Energieverbrauch allein reicht nicht aus, um die Nachhaltigkeit einer KI-Anwendung zu beurteilen. Entscheidend sind unter anderem die Effizienz der Systeme, die Herkunft des Stroms, die Kühlung, die Auslastung und der konkrete Nutzen der Anwendung.

Das Rechenzentrum stellt die physische Infrastruktur für die KI bereit. Wie effizient Server betrieben und gekühlt werden und welche Energie dafür zum Einsatz kommt, beeinflusst deshalb den ökologischen Fussabdruck einer KI-Lösung.

Für die Kühlung wird Wasser aus dem Vierwaldstättersee eingesetzt. Für besonders leistungsintensive GPU- und KI-Systeme steht zusätzlich Direct Liquid Cooling zur Verfügung, bei dem Wärme direkt über Flüssigkeit von den Komponenten abgeführt wird.

Die während des Serverbetriebs entstehende Wärme wird in das lokale Wärmenetz von ewl eingespeist und kann für die Wärmeversorgung von Gebäuden in der Umgebung weiterverwendet werden.

Unsere Arcon Agents werden in der Schweiz entwickelt und im Schweizer Arcon Datacenter gehostet. Unser Datacenter betreiben wir im Rechenzentrum Stollen von ewl energie wasser luzern in der Zentralschweiz.

Neben Funktionalität, Datenschutz und Informationssicherheit lohnt sich ein Blick auf die Infrastruktur: Standort, Energieversorgung, Kühlung, Effizienz, Abwärmenutzung und Verantwortlichkeiten beim Betrieb sind wichtige Kriterien.

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Philippe Fuhrer

In der Rolle AI Engineer & Consultant ist Philippe zuständig für die erfolgreiche Umsetzung von KI-Projekten - von der Identifikation von Nutzenpotenzialen bis hin zur Lösungsentwicklung und Implementierung.

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