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KI-Datenverarbeitung:
Wo arbeitet Ihre KI?

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Kimena Gabriel

Autorin
Publiziert am 02.09.2026

Künstliche Intelligenz ist für viele Unternehmen ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Entscheidend ist dabei nicht nur, was eine KI leisten kann, sondern auch, was mit Eingaben, hochgeladenen Dokumenten und generierten Ergebnissen geschieht. Ebenso wichtig ist die Frage, wo diese Informationen gespeichert, verarbeitet und allenfalls weiterverwendet werden.

Deshalb sollte vor dem Einsatz einer KI nicht nur ihre Leistung beurteilt werden. Ebenso wichtig ist die Frage: Wo und zu welchem Zweck werden die Daten tatsächlich bearbeitet?

Was geschieht mit Eingaben, Dokumenten und Ergebnissen?

Wer einer KI eine Frage stellt oder ein Dokument hochlädt, löst mehrere technische Vorgänge aus. Die Daten werden vom Endgerät an den Anbieter übertragen, vom System analysiert und für die Erstellung einer Antwort verarbeitet.

Je nach Lösung können zusätzliche Schritte hinzukommen: Dokumente werden indexiert, Textabschnitte für eine spätere Suche aufbereitet, Abfragen protokolliert oder Ergebnisse in einem Benutzerkonto gespeichert. Auch nach der Ausgabe können Daten an verschiedenen Stellen vorhanden sein. Dazu gehören beispielsweise Gesprächsverläufe, hochgeladene Dateien, Protokolldaten, temporäre Zwischenspeicher und Backups.

Ob diese Informationen nach kurzer Zeit gelöscht, länger aufbewahrt oder zur Verbesserung eines Modells verwendet werden, hängt vom Anbieter, dem gewählten Produkt und den vertraglichen Einstellungen ab. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte verlangt deshalb Transparenz über Zweck, Funktionsweise und Datenquellen einer KI-Datenbearbeitung. Nutzende sollen insbesondere erkennen können, ob ihre Eingaben für die Verbesserung selbstlernender Systeme oder für weitere Zwecke weiterverwendet werden.

Nutzung, Speicherung und Verarbeitung sind nicht dasselbe

Im Alltag werden diese Begriffe häufig vermischt. Für eine fundierte Beurteilung sollten Unternehmen sie jedoch getrennt betrachten.

Die Nutzung beschreibt, wofür Daten eingesetzt werden. Eine Eingabe kann ausschliesslich zur Beantwortung einer Anfrage dienen. Sie kann aber auch für Analysen, Statistiken, Qualitätssicherung oder das Training eines KI-Modells genutzt werden.

Die Speicherung beschreibt, wo Daten abgelegt werden und wie lange sie dort bleiben. Relevant sind nicht nur hochgeladene Dokumente, sondern auch Resultate, Protokolle, Suchindizes, Sicherheitskopien und Daten in Wiederherstellungssystemen.

Die Verarbeitung bezeichnet die aktive Bearbeitung der Daten. Dazu gehören etwa das Lesen eines Dokuments, das Erkennen von Inhalten, die Suche nach passenden Informationen oder das Generieren einer Antwort.

Der Speicherort und der Verarbeitungsort müssen nicht identisch sein. Daten können beispielsweise in der Schweiz gespeichert, für einzelne Rechenschritte aber über eine Infrastruktur in einem anderen Land verarbeitet werden. Bei Cloud-Diensten können Datenspeicherung und Rechenleistung als unterschiedliche Dienstleistungen erbracht werden.

Gerade die Verarbeitung verdient besondere Aufmerksamkeit. Gespeicherte und übertragene Daten lassen sich heute vergleichsweise gut verschlüsseln. Während einer aktiven Berechnung müssen Informationen jedoch häufig zumindest vorübergehend lesbar sein. Das Bundesamt für Cybersicherheit bezeichnet den kryptografischen Schutz von Daten während der Verarbeitung deshalb als besondere Herausforderung.

Illustration zur KI-Datenverarbeitung Schweiz mit Eingabe, Übertragung, Verarbeitung, Ergebnis und getrennter Speicherung.
Illustration zur KI-Datenverarbeitung mit Eingabe, Übertragung, Verarbeitung, Ergebnis und getrennter Speicherung.
Illustration zur KI-Datenverarbeitung Schweiz mit Eingabe, Übertragung, Verarbeitung, Ergebnis und getrennter Speicherung.
Illustration zur KI-Datenverarbeitung in der Schweiz mit Eingabe, Übertragung, Verarbeitung, Ergebnis und getrennter Speicherung.

Warum der Datenstandort für die KI-Datenverarbeitung relevant ist

Das Schweizer Datenschutzgesetz ist direkt auf KI-gestützte Datenbearbeitungen anwendbar. Bei Personendaten, Geschäftsgeheimnissen oder besonders schützenswerten Informationen müssen Unternehmen deshalb prüfen, ob eine Lösung ihre rechtlichen, organisatorischen und technischen Anforderungen erfüllt.

Der Datenstandort beeinflusst unter anderem, welche rechtlichen Anforderungen gelten und welche Vorgaben bei einer Datenübermittlung ins Ausland beachtet werden müssen. Bei der Bearbeitung von Personendaten durch einen externen Anbieter kann zudem ein Auftragsdatenbearbeitungsvertrag erforderlich sein. Führt eine Datenbearbeitung zu einem hohen Risiko für die Persönlichkeit oder die Grundrechte betroffener Personen, muss geprüft werden, ob eine Datenschutz-Folgenabschätzung notwendig ist.

Ein Standort in der Schweiz ist jedoch kein automatisches Sicherheitsversprechen. Entscheidend sind ebenfalls:

Der Begriff «Schweizer Hosting» sollte daher konkret erklärt und vertraglich festgehalten werden. Das Bundesamt für Cybersicherheit empfiehlt, Lieferanten nicht nur aufgrund ihrer Versprechen auszuwählen, sondern rechtliche sowie technische und organisatorische Anforderungen nachvollziehbar zu prüfen.

Welche Fragen sollten Unternehmen einem KI-Anbieter stellen?

Vor einer Einführung sollten Verantwortliche mindestens folgende Fragen klären:

Die Antwort sollte Eingaben, Dokumente, Ergebnisse, Suchindizes, Protokolle und Backups umfassen.

Dazu zählen externe Rechenzentren, Cloud-Anbieter, Sprachmodelle, Analyseplattformen und Supportpartner.

Unternehmen sollten wissen, ob ihre Daten ausschliesslich für den vereinbarten Zweck oder zusätzlich zur Produktverbesserung genutzt werden.

Löschfristen sollten nicht nur für die Benutzeroberfläche, sondern auch für Protokolle, Zwischenspeicher und Backups gelten.

Zugriffe von Mitarbeitenden, Lieferanten und Partnern sollten eingeschränkt, kontrolliert und protokolliert werden.

Relevant sind Verschlüsselung, Mehrfaktor-Authentisierung, Schlüsselverwaltung, Zugriffskontrollen und die Erkennung von Fehlkonfigurationen.

Eine Lösung sollte Datenexporte, eine Exit-Strategie sowie klare Prozesse für Störungen und Sicherheitsmeldungen vorsehen.

Das Bundesamt für Cybersicherheit empfiehlt bei Cloud-Diensten unter anderem verschlüsselte Übertragung, Mehrfaktor-Authentisierung, kontrollierte Zugriffe nach dem Need-to-Know-Prinzip, nachvollziehbare Protokolle, eine dokumentierte Schlüsselverwaltung sowie eine Exit- und Backup-Strategie.

Arcon KI: Hosting und Verarbeitung in Luzern

Bei unseren KI-Lösungen verfolgen wir einen konsequent lokalen Ansatz. Die Arcon Agents werden in der Schweiz entwickelt und so betrieben, dass die Unternehmensdaten auf Wunsch in unserem Arcon Datacenter bleiben.

Das Hosting und die Verarbeitung erfolgen in unserem Datacenter im ewl Rechenzentrum Stollen in Luzern. Unser Datacenter ist ISO-27001-zertifiziert. Beim Schweizer Hosting gilt Schweizer Recht für juristisch verbindliche Datenzugriffe.

Mit dem lokalen Betrieb schaffen wir klare Verantwortlichkeiten und einen transparenten Datenstandort. Dennoch prüfen wir jeden Anwendungsfall gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden. Dabei definieren wir unter anderem die relevanten Datenkategorien, Berechtigungen, Aufbewahrungsfristen und Schnittstellen zu weiteren Systemen.

So schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Unternehmensdaten innerhalb einer klar definierten Schweizer Infrastruktur verarbeitet werden. Gleichzeitig bleiben sorgfältig geregelte Zugriffsrechte, klare Löschfristen und die Prüfung beteiligter Drittsysteme zentrale Bestandteile jeder Lösung.

Fazit

Bei der Auswahl einer KI-Lösung zählt nicht nur, was das System kann. Unternehmen müssen auch wissen, was mit ihren Informationen geschieht.

Nutzung, Speicherung und Verarbeitung sind unterschiedliche Vorgänge und können an unterschiedlichen Orten stattfinden. Wer Datenflüsse, Zugriffe, Löschfristen und Unterauftragnehmer frühzeitig prüft, reduziert Risiken und schafft eine belastbare Grundlage für den Einsatz von KI.

Ein transparenter Anbieter kann verständlich beantworten, wo Daten verarbeitet werden, wer darauf zugreifen kann und ob sie für weitere Zwecke verwendet werden. Gerade bei sensitiven Unternehmensinformationen lohnt es sich deshalb, den Datenstandort und die tatsächlichen Verarbeitungswege genau zu prüfen.

Häufig gestellte Fragen

Nein. Ein Schweizer Datenstandort ist ein wichtiger Faktor, ersetzt aber keine Prüfung der technischen und organisatorischen Sicherheitsmassnahmen. Auch Unterauftragnehmer, Zugriffsrechte, Verschlüsselung, Protokollierung und Löschprozesse müssen berücksichtigt werden.

Bei der Speicherung werden Daten auf einem Speichermedium aufbewahrt. Bei der Verarbeitung werden sie aktiv gelesen, analysiert, verändert oder für die Erstellung eines Ergebnisses genutzt. Beide Vorgänge können an unterschiedlichen Orten erfolgen.

Das hängt von den Vertragsbedingungen, Produkteinstellungen und dem Zweck der Datenbearbeitung ab. Unternehmen sollten sich ausdrücklich bestätigen lassen, ob ihre Eingaben und Dokumente für das Training oder die Verbesserung des Systems verwendet werden.

Eine Datei kann in der Benutzeroberfläche gelöscht sein, während Kopien in Backups oder Protokollsystemen noch bestehen. Deshalb sollten Löschfristen alle Speicherorte umfassen. Protokolle sind gleichzeitig wichtig, um Zugriffe und Datenbearbeitungen nachvollziehen zu können.

Wenn ein externer Anbieter Personendaten im Auftrag des Unternehmens speichert oder bearbeitet, ist in der Regel ein entsprechender Vertrag erforderlich. Darin werden unter anderem Zweck, Verantwortlichkeiten, Sicherheitsmassnahmen und der Umgang mit Unterauftragnehmern geregelt.

Ein lokaler Anbieter kann Verantwortlichkeiten, Datenstandorte und Supportwege transparenter gestalten. Entscheidend bleibt jedoch, dass Hosting, Verarbeitung, Zugriffsrechte und weitere beteiligte Systeme klar dokumentiert und vertraglich geregelt sind.

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Philippe Fuhrer

In der Rolle AI Engineer & Consultant ist Philippe zuständig für die erfolgreiche Umsetzung von KI-Projekten - von der Identifikation von Nutzenpotenzialen bis hin zur Lösungsentwicklung und Implementierung.

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