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Publiziert am 05.09.2025
Was war der Auslöser dafür, sich mit der digitalen Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes (AZG) auseinanderzusetzen?
Unsere bestehende Zeiterfassungsinfrastruktur war in die Jahre gekommen und musste erneuert werden. Im Zuge dessen haben wir verschiedene Systeme evaluiert. Erfreulicherweise hat Abacus genau in diesem Zeitpunkt eine neue AZG-Lösung pilotiert. Nach einer sorgfältigen Evaluation haben wir uns für diese Lösung entschieden, unter anderem weil sie nahtlos integriert ist mit den HR-/Lohn-Applikationen in der Abacus Business Software. Gleichzeitig haben wir mit Arcon einen neuen Abacus-Vertriebspartner evaluiert, der uns im Projekt optimal begleiten kann.
Welche Anforderungen oder Besonderheiten gelten in einem saisonalen Betrieb wie dem Ihren in Bezug auf Arbeitszeit und Personalplanung?
Unsere Personaleinsatzplanung muss AZG-Eisatzplanungsregelungen für das Bergbahnpersonal, L-GAV Regelungen für das Gastronomiepersonal und Arbeitszeitregelungen gemäss Arbeitsgesetz und OR für alle übrigen Mitarbeitenden abbilden können. Diese Anforderung konnte Abacus mit der neuen Lösung abdecken. Des Weiteren muss die Dienstplanung verschiedene Schicht- und Pausenregelungen abbilden können. Und die Zeit-Stempelung für die Mitarbeitenden via «Stempeluhr» (in unserem Falle AbaClock und AbaUnit) oder Mobiltelefon muss einfach sein für die Anwendenden.
Wie sah der Prozess von der Idee bis zur konkreten Umsetzung des Projekts mit Abacus und Arcon aus?
Nach der Evaluation haben wir eine Projektgruppe mit unseren beiden Partnern Abacus und Arcon gebildet. Neben dem Aufbau der technischen Infrastruktur (Server, Erfassungsgeräte) und Parametrisierung des Systems, haben wir im Projekt alle Dienste (über 200 verschiedene Dienste) von den Fachbereichen überarbeiten lassen, um auf dem aktuellen Stand zu sein, bevor sie ins neue System eingespiesen wurden. Zentral war für mich auch die frühe Einbindung der IT, für Systemumgebung und Zeiterfassungsgeräte, und der Finanzabteilung, für die Reporting Anforderungen und Verbuchungen.
Welche Rolle spielte die Abacus Business Software bei der Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben des Arbeitszeitschutzes gemäss AZG?
Abacus hat bei der Entwicklung des neuen Produkts intensiv mit AZG-Spezialisten zusammengearbeitet. Somit durften wir davon ausgehen, dass eine Lösung auf den Markt kommt, die alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt und uns für künftige Audits vom Bundesamt für Verkehr (BAV) eine sichere Grundlage bietet. Da wir einen von 5 Pilot-Kunden für die Abacus AZG-Lösung waren, hatten wir das Privileg, auch direkt mit den Produktverantwortlichen von Abacus zusammenzuarbeiten und unsere eigenen betrieblichen Regelungen und Anforderungen der Planer einfliessen zu lassen.
Gab es spezielle Herausforderungen im Projekt – beispielsweise in Bezug auf Technologie, Prozesse oder Organisation?
Viele Beteilige, was viel Koordinationsaufwand bedeutete. An gewissen abgelegenen Orten mussten wir in die stabile Verbindung der Erfassungsgeräte investieren und letztlich der Zeitdruck: Wir hatten zeitlich infolge des Saisonstarts keine Flexibilität und mussten am 1. November live gehen können. Vieles haben wir im Vorfeld getestet, doch wie es so ist in IT-Projekten, kam doch noch Unvorhergesehenes dazu, und man muss ad hoc agieren.
Was hat sich für Sie und Ihr Team seit der Einführung konkret verbessert?
Ein vollintegriertes HR-System von der Dienstplanung, der Zeiterfassung bis zum Lohn. Mobiler Zugang für die Mitarbeitenden zu Dienstplänen und Monatsblättern und insgesamt eine stabilere Zeiterfassungsinfrastruktur. Heute erfassen unsere Mitarbeitenden ihre Zeiten an den verschiedenen Stempeluhren direkt mit ihrer Skiliftkarte (SkiData), davor hatten wir Fingerabdruckleser, die sehr wetter- und schmutzanfällig waren.
Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Arcon während des Projekts erlebt?
Wir haben nicht zuletzt wegen diesem Projekt unseren Abacus Vertriebspartnervertrag zu Arcon gewechselt. Es war uns wichtig, einen starken Partner für so ein grosses Projekt an der Seite zu haben und die Erwartungen wurden vollends erfüllt. Die ganze technische Infrastruktur (Server, Versionsupgrade auf Version 2024 und nun dieses Jahr auf Version 2025) hat Arcon federführend aufgebaut, zusammen mit unserer IT. Zudem war Arcon zuständig für die ganze Konfiguration mit den übrigen Modulen von Abacus (z. B. Lohn). Beim Aufsetzen der Dienstplanung und Arbeitszeiterfassung hat Arcon sehr gut mit den AZG- und LGAV-Spezialisten von Abacus koordiniert.
Würden Sie das Projekt als Pionierleistung bezeichnen – und wenn ja, warum?
In ein Pilotprojekt einzusteigen hat immer Chancen und Risiken, und dies haben wir intern auch so kommuniziert im Vorfeld. Chancen, weil wir das Produkt aktiv mitgestalten konnten und Abacus selbst am Tisch hatten. Risiken, weil ein neu entwickeltes Produkt Kinderkrankheiten hat. Sowohl die Chancen als auch Risiken sind so eingetroffen – dennoch, die Chancen überwogen und ich würde es genauso wiedermachen. Pionierleistung insofern, weil wir eine von fünf Bergbahnen waren, die das Risiko «Pilotprojekt» eingegangen sind und die Pipeline an weiteren Kunden und Interessenten ein Jahr später sich nun sehen lässt. Auch das ist für uns erfreulich, denn je mehr Kunden auf die AZG-Lösung von Abacus wechseln, desto mehr wird Abacus in die stetige Produkteentwicklung investieren.
Wir danken Christoph Ulrich und dem Andermatt-Sedrun Sport AG-Team für die hervorragende Zusammenarbeit und das Interview.
2005 wurden mit dem Zusammenschluss der Skigebiete in Andermatt und Sedrun die Grundlagen für die heutige Andermatt-Sedrun Sport AG gelegt. Seither treibt das Unternehmen den Ausbau eines modernen, ganzjährigen Alpenresorts voran und verbindet Wintersport mit nachhaltiger Tourismusentwicklung. Heute betreibt die Andermatt-Sedrun Sport AG gemeinsam mit Partnern eines der grössten Skigebiete der Zentralschweiz mit modernen Anlagen, vielfältiger Gastronomie und attraktiven Sommerangeboten.